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Alt 17.07.2006, 00:24   #1
Reparatur Scharniere der Sitzlehnen - Taschen
M73
Zerfahrener Benutzer
Registriert seit: 28.08.2005

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M73 M73 ist offline 17.07.2006, 00:24
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Hallo liebe E38-Freunde!

Viele kennen das Problem: Die auf der Rückseite der Vordersitzlehnen befindlichen, federbelasteten (Karten-)Taschen schließen ein- oder beidseitig nicht mehr ordentlich und hängen offen, schlaff, unästhetisch und wenig chauffeurmäßig im Fondknieraum herum.

Ursache sind fast nie die üppig dimensionierten Federn, sondern mangels Stabilität gebrochene Kunststoffscharniere an den Taschen selbst, die es leider nicht als Einzel-/Ersatzteil ohne dazugehörige Tasche incl. Rückwand gibt.
Bislang lautete die Alternative entweder status quo oder gleich eine neue Tasche samt Rückwand unten einbauen. Da nach meiner Anfrage nicht nur mir, sondern auch dem Freundlichen angesichts eines Neupreises von ca. 280€ (zzgl. MwSt.) für eine vollbelederte Tasche das Lächeln aus dem Gesicht fiel, wagte ich den Selbstversuch einer umfassenden und vor allem extrem haltbaren Reparatur.

Eins vorweg - es ist trotz des scheinbar riesigen Aufwandes einfacher als es klingt; dennoch ist beim Lösen der Rückwand der Vordersitzlehnen größtmögliche Vorsicht angebracht, um keine Klammern zu beschädigen – im Notfall kann man diese allerdings meist noch bestellen.

Da ich im Eifer des Gefechts nicht gleich auf die glorreiche Idee gekommen bin, entsprechende Bilder zu machen, müssen die vorliegenden im Zusammenhang mit dem Text leider genügen – deshalb bitte zuerst vollständig durchlesen, dann erst machen!


Benötigtes Werkzeug & Material:

Zange, flacher Schraubendreher, Stecknuß 10er, „Dremel“ oder ähnliches Kleinschleif- bzw. Fräsgerät, entsprechende Frässtifte, eine Blechschere, einen Satz Schlosserfeilen (flach, rund, halbrund), etwas grobes Schleifpapier, Klebeband, mindestens zwei kleine Schraubzwingen, ein paar kleinere Unterlegscheiben, einen Metallbohrer (4er-6er), Aceton und einen kleinen Pinsel zum Entfetten, einen Staubsauger, etwas Papier, Zeichenkarton und einen spitzen Bleistift, einen kräftigen Elektrotacker (ein manueller ist zu schwach!), Klammern in etwa der Größe 53/4, ein mind. 1,5mm starkes Blech und einen geeigneten Klebstoff.
Ich habe MakraBond verwendet (Externer Link (&Ooml;ffnet in neuem Fenster, der Forumsbetreiber distanziert sich vom Inhalt extern verlinkter Seiten.) klebt hier), was leider nur gewerblich erhältlich ist, aber man kann ja mal bei einer Werkstatt o.ä. freundlich fragen. Alternativ ein Zweikomponentenkleber, der ABS-Kunststoff und Metall ordentlich verbindet.
Als Reparaturblech kam aus der Restetonne 2,0mm starke 7075-T6 Alclad-Flugzeuglegierung zum Einsatz – aber jedes rostarme Metallstück tut’s eigentlich auch.



Zuerst müssen die obere und die untere Rückwand vom Vordersitz abgebaut werden – nachzulesen

Interner Link) hier bzw. Interner Link) hier



An der unteren Abdeckung befindet sich die Lehnentasche. Hier löst man zunächst mittels Schraubendreher und Zange von hinten die Federn (siehe auch letztes Bild), dann sieht es so aus:






Nun löst man mit der Nuß vorsichtig die Kunststoffmuttern (M), die die Lehnentasche an der unteren Rückwand halten – schon fällt die Tasche halb heraus.
An der Tasche selbst entfernt man mit einem kleinen Flachschraubendreher vorsichtig die sieben Heftklammern (K) pro Seite.






Danach lässt sich der Kunststoffsteg, der an der Rückwand festgeschraubt war, mitsamt den zwei Befestigungsschrauben lockern und aus dem Scharnier der Lehnentasche lösen.

Dann sieht man, wo die jeweiligen Bruchstellen sind, und entfernt mit der Fräse an den schwanenhalsförmigen Fortsätzen, die aus der Lehnentaschen-Klappe ragen, sämtliche innere Versteifungen, so dass nur der äußere Rand stehen bleibt und die Fläche innen so plan wie möglich ist.
Hier schon wieder zusammengebaut, jedoch sind die Versteifungsstege dem Blech und Klebstoff gewichen:






Diese Prozedur wiederholt man für alle „Schwanenhälse“ – auch für noch nicht gebrochene, wenn man sich die Arbeit schon mal macht…






Selbst an der Basis (grüne Pfeile) gebrochene Fortsätze lassen sich mit ein wenig Phantasie so ausfräsen, daß in die nachher entstehenden Umrandungen ein Blech plus Klebstoff paßt.

Jetzt beginnt die Fleißarbeit: mit Papier und Zeichenkarton fertigt man eine Schablone vom Innenleben des soeben ausgefrästen Teiles an, passt dieses so lange an, bis es „saugend“ sich einfügt, und fertigt danach in der selben Form zwei Bleche pro Tasche an. Diese werden später mit der Feile nochmals angepaßt, um so wenig Spiel wie möglich zu haben.
Dann erhalten die Bleche mit dem Bohrer an den breitesten Stellen insgesamt ca. drei Leimlöcher für höhere Stabilität.
Anschließend mit grobem Schleifpapier Kunststoff und Blech anrauhen und danach entfetten.

Vorsicht – keinen Entfetter auf das Leder bringen!

Jetzt legt man sich etwas Klebeband, Papier zum Abdecken, die Unterlegscheiben und die Schraubzwingen sowie den Klebstoff bereit.
Der von mir verwendete MakraBond-Klebstoff hatte nur eine Verarbeitungszeit von 3-5 Minuten, so daß hier schnelles Arbeiten angesagt war.
Nachdem die „Schwanenhälse“ mit Klebstoff versehen sind, werden die Bleche hineingedrückt, Klebeband als Schutz darübergeklebt und, um den Höhenausgleich zu überwinden, die kleinen Unterlegscheiben draufgelegt, alles ausgerichtet und dann mit den Schraubzwingen festgeklemmt. Ein bisschen Fummelarbeit ist es schon, jedoch mit einem Helfer (oder Helferin?) kein Problem.

Nachdem der Kleber vollständig ausgehärtet ist, entfernt man Schraubzwingen, Unterlegscheiben und Klebeband und fräst evtl. entstandene Klebereste an den unerwünschten Stellen weg.

Dann steckt man den Steg, der am Balg der Lehnentasche eingeschoben wird, mit dem reparierten „Schwanenhals“ wieder zusammen und schiebt danach die Konstruktion in das Leder des Balges ein. Sodann faltet man das Leder in den alten Lagen und tackert dieses mit dem Elektrotacker und kräftigem Druck von oben fest - auch hier hat sich ein(e) Helfer(in) bewährt. Am besten tastet man sich an die optimale Schlagstärke heran, indem man schwach beginnt und sich dann steigert, da ansonsten die Klammern komplett durch das Leder schießen und es durchtrennen können.

Schließlich sollte es so aussehen wie im zweiten Bild.

Nun nimmt man die alten Federn (sofern nicht ausgeleiert oder krumm) und steckt sie dort zuerst ein, wo im folgenden Bild die „1“ steht, dann drückt man mit jedem Daumen an der Stelle, wo die „2“ steht, die Feder kräftig in Pfeilrichtung und hängt das kurze Querstück unter die Kunststoffnase des „Schwanenhalses“.



Geschafft!



Nun muß nur noch der Balg (siehe erstes Bild) links und rechts mittels der schwarzen Kunststoffmuttern an der Lehnenrückwand befestigt werden, dann ist die Reparatur gelungen!

Danach kann man dem Leder – falls gewünscht – eine geeignete Pflege angedeihen lassen, die Rückwand wieder anbauen und alles sieht wieder so aus, wie es sich für die zeitlose Eleganz einer E38-Limousine gehört.



Viel Erfolg beim Nachbau wünscht


David
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Alt 11.12.2011, 04:46   #2
E38-V8
Erfahrenes Mitglied
 
Registriert seit: 25.08.2010
Ort: Wesel
Fahrzeug: E38-730i (07.1994)
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Hallo,
Vielen Dank für diese Top-Anleitung.
Motiviert von dieser Anleitung habe ich mich auch gleich mal ans Werk gemacht, meine Kartentaschen zu reparieren.
Bei der Demontage stellte ich dann leider fest, das bei mir die Plastikteile teilweise in bis zu 3 Stücke gebrochen sind.
Einmal unter dem geklammerten Leder, dann wie auf Bild 4 der Riss noch zu erkennen ist und die Haltenase selbst, wo die Feder gegendrückt (Beim letzten Bild (linke Seite) gut zu erkennen.
Die Haltenase selbst war komplett weg. Ich habe ein Blech wie in der Anleitung gefertigt, welches bei mir auch gleich dieses Haltenase ersetzt.
Ich habe die "vertiefungen" mit Sekundenkleber und Füller für Sekundenkleber aufgefüllt. (Conrad Best.Nr. 81 35 48).
Da mir die Nummer mit den Tackernadeln nicht ganz geheuer war und ich ein wenig ängstlich war, das mir das Plastik nochmal bricht, habe ich das Leder mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber einfach geklebt.
Hält Bombenfest.
Danke nochmals für die Anleitung.
Einfach so wäre ich warscheinlich gar nicht an die Sache herangegangen.
P.s. : Ich brauchte nur die untere Sitzverkleidung abbauen. Die obere konnte so sitzenbleiben...
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