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Na, na, das ist jetzt aber Jägerlatein. Der deutsche LPG-Markt ist viel zu klein, da produziert kein Anlagenhersteller extra LPG-Anlagen für. Und andere Märkte, z.B. der in P, sind viel zu groß als daß der Anlagenhersteller sich II. Wahl leisten könnte.
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Jägerlatein nicht unbedingt:
Es wird nichts extra produziert, es reicht aus, die Toleranzen anders festzulegen. Das hat nichtmal was mit 2. Wahl zu tun. Im übrigen ist der D-Markt zumindest nicht klein genug um nicht Abgasgutachten zu erstellen, d.h. er ist groß genug um so interessant zu sein, daß man diese Mühe auf sich nimmt. Die Festlegung anderer Toleranzen erfordert kaum mehr Aufwand; eine Qualitätskontrolle ist ja ohnehin wegen der ECE R67/01 schon vorhanden.
Beispiel:
Ein Bauteil funktioniert technisch zuverlässig im Toleranzbereich +/- 15 und wird auf Maschinen produziert, die diese Toleranz zu 99% einhält. Dann sind 1% Ausschuß der auf den Schrott wandert. Der Hersteller oder der Abnehmer fordert einen Toleranzbereich von +/-10, z. B. aus Gewährleistungsgründen. Dieser Bereich wird von den Maschinen zu 80% eingehalten. Die Differenz von 19% funktioniert zwar technisch zuverlässig, erfüllt aber nicht die gestellten Forderungen. Das ist "B-Ware", die z.B. mit eingeschränkter Gewährleistung vertrieben wird.
Und dann kommt der (deutsche) Gesetzgeber (oder irgendjemand sonst) und verlangt in irgendeiner Norm (oder aus anderen Gründen) die Einhaltung eines Toleranzbereiches von +/-5 der von den Maschinen nur zu 5% eingehalten wird.
Und schon produzierst Du auf einer Maschine 3 Produkt"linien": 19% B-Ware für echte Sparfüchse mit eingeschränkter Gewährleistung zum halben Preis, 75% Standardware für den Massenmarkt zum Standardpreis, 5% Premiumware für den Premiummarkt zum Premiumpreis.
Alles was Du tun must, wenn eine Premiumbestellung aus D reinkommt ist, bei der Qualitätskontrolle anzurufen und zu sagen "wir brauchen 100 Einheiten im Toleranzbereich +/-5, packt die gesondert ab". Die Qualitätskontrolle wird dann der laufenden Produktion solange Teile entnehmen, die die Toleranzforderung +/-5 erfüllen, bis 100 Einheiten zusammen sind. Genauso könnte der Produzent auf bloßen Zuruf hin Teile des Toleranzbereichs +/-1 liefern. Ohne Mehraufwand, ohne neue Maschinen, ohne Maschineneinrichtung, einfach so.
Zum Problem wird das nur, wenn auf einmal alle den Toleranzbereich +/-5 haben wollen: Du produzierst plötzlich 1% Ausschuß, 94% B-Ware und 5% Standard. Gerade der Massenmarkt, der sich mit "Standard" begnügt, macht es also dem Produzenten leicht, den geringen Premiumbedarf zu decken.
Dabei ist durchaus denkbar, daß z. B. eine Abgasnorm tatsächlich technisch nur eingehalten werden kann, wenn der Toleranzbereich bei +/-5 liegt. Verwendest Du dann Bauteile aus dem Bereich Standardware, ist das u. a. Steuerhinterziehung, weil die Norm dann nicht zuverlässig eingehalten wird
aber das Ganze wird jetzt reichlich OT
Wir sollten uns dahingehend einigen, daß ein Billig-Umbau Risiken birgt, die den Preisvorteil schnell zunichte machen können.