Zitat:
|
Zitat von ATJ
Hallo!
750er Umrüstung geht nur mit 2 6-Zylinderanlagen. Ob Venturi oder Sequentiell hängt nur von der Risikofreudigkeit und dem Geldbeutel des Eigners ab.
Grundsätzlich gilt:
Venturi = günstiger Anlagenpreis, problemloser Einbau, hoher Einstellaufwand, hohes Ausfallrisiko mit dann erheblichen Folgekosten (angefangen bei Backfire bis hin zu kapitalen Motorschäden)
sequentiell = teurer Anlagenpreis (da 2 Anlagen erforderlich), aufwendigerer Einbau, unproblematische Einstellung, sicher im Betrieb
Selbsteinbau ist (rein technisch) grundsätzlich möglich, sofern man jemanden findet, der einem eine Anlage verkauft. Egal, wer die Anlage einbaut, ein Problem bekommt jeder nicht von entsprechend geschulten Werkstätten durchgeführte Einbau mit Einführung der GAP zum 01.04.
Wer sich eine Anlage "besorgt", sollte sehr darauf achten, daß ein Abgasgutachten dabei(!!!) ist und nicht "nachgeliefert" wird. Ohne Gutachten kein Eintrag, ohne Eintrage keine BE!
Speziell für den 750er:
Die sequentiellen Anlagen (Stargas Polaris) kosten im EK schon rd 3000Euro, der Einbau ist schwierig und zeitaufwändig. Steuergeräte, Verdampfer, Filter etc. brauchen Platz, der im 750er-Motorraum ohnehin knapp ist, Radmuldentank kommt nicht in Frage (bestenfalls in Kombination mit Zylindertank als 2-Tank-Lösung), d. h. Tank im "Innenraum" (dazu zählt auch der Kofferraum), was bedeutet, daß die Zu- und Ableitungen mit Schutzrohren gesichert werden müssen. Gesamtaufwand dürfte bei etwa 40-50 Stunden für einen sauberen Einbau liegen (also >2000Euro), was bedeutet, daß für weniger als 5000Euro die Anlage bestenfalls "reingeschmissen" werden kann.
Venturi-Anlagen kosten im EK rund 1500€, Minderaufwand beim Einbau und Mehraufwand beim Einstellen gleichen sich in etwa aus, d. h., Gesamtkosten >3500€. Würde ich aber nicht einbauen, selbst wenn der Kunde rechtlich haltbar auf jegliche Gewährleistung verzichtet (was er nicht kann).
Fazit:
Ich würde keinen KV für unter 6500€ schreiben - und dem Kunden von seinem Vorhaben abraten.
|
Hallo zusammen,
ich kann ATJ in allen Punkten nur zustimmen! Ich wollte mir anfangs auch einen Fuffi zulegen, allerdings schon mit dem Grundgedanken, dass ich ihn auf eine sequentielle Anlage umrüsten will.
Ich hatte vor vier, fünf Jahren schon einmal drei Mercedes W126 im Passauer Raum auf Venturi habe umbauen lassen (weil er der Einzige war, der die Dinger auch durch den TÜV gebracht hat), dabei aber gesehen habe, dass ich für rund 2.000,- Euro, nur Schrott bekommen habe. Dass die Fahrzeuge fast nicht über 4.000 U/min gekommen sind, der Umschaltkomfort u.a.S. (unter aller Sa.) war, schlecht gecrimpte Verbindungen, lediglich eine 6 mm Versorgungsleitung von hinten nach vorne, sei nur am Rande erwähnt. Ich habe damals schon gesehen, dass der Querschnitt des Venturiringes einfach zu gering war und dem Motor die Luft nahm. Was tat der "Umrüster"? Er stopfte den Lufi noch mehr zu, das Abgas stank sowas von schlecht verbrannt.
Auf jeden Fall wird man hierdurch zwangsläufig selber zum interessierten und im Lauf der Zeit auch "Fachmann". Somit kam ich irgendwann mit der Firma Melber zusammen, der neben ICOM auch BRC vertreibt. Ihn fragte ich, was er vom Fuffi mit sequentieller Anlage hält. Er meinte gleich, dass der 740 hierfür besser geeignet sei und der Fuffi mit seinen Steuergeräten oftmals aussteigt und erst nach einem Totalreset wieder zum Leben erwacht. Das war für mich schon ausschlaggebend genug und ich legte mir einen 740er zu, der bis jetzt (30.000 km, keine Probs mit Zündkerzen und dergleichen hat) zur vollsten Zufriedenheit läuft und zwischen 6,50 Euro und maximal 11,00 Euro/100 km verbraucht.
Da ich "formhalber" die Gasschulung aus Interesse schon vor längerem gemacht habe, baute ich auch den 740er um, ich brauchte gute 50 Stunden, aber dafür muß absolut nichts demontiert werden, falls der Wagen "in die Werkstatt" müßte. Okay, der nächste 7er brauchte ein paar Stunden weniger, aber saubere Arbeit und Kabelverlegungen kosten nun ihre Zeit. Wahrscheinlich sollte man bei der ganzen Umrüstung den Gedanken am Fahrzeug verlieren, daß es sich u.U. um den eigenen handeln könnte, so ginge es vielleicht schneller.
Ich rüste in erster Linie die alten S-Klassen von MB um, entweder Venturi oder Multipoint, Backfire ist ein Fremdwort für diese Motoren, falls Leute mit Backfire herumfahren, dann liegt es wohl am Einbauer oder am System, daß hier nicht richtig funktioniert.
Da ich anfangs das Problem mit den Venturiringen ansprach, waren es damals bei der Lovato-Anlage, Venturiringe von BRC, allerdings für ungeregelte Motoren bis 4,5 L Hubraum, somit hat man damals schon gesehen, daß Lovato nicht einmal etwas eigenes Brauchbares im Programm hatte. Somit tummeln sich auch nach wie vor viele Systemanlagen auf dem Markt, die zusammengestückelt sind und sich selber als Novum bezeichnen.
Ich hatte mich mit dem Thema Venturiringen für V8 (MB) schon vor gut einem Jahr auseinandergesetzt und mit der Firma BRC /Italien, nach einem optimierten Ring gesucht. Somit bekam ich Muster, die ich probiert, verändert, neuangefertigt und auch auf verschiedensten Motoren ausgetestet habe. Dabei kam jetzt eine Lösung zum Vorschein, die die Drehzahlfreudigkeit bis in den roten Bereich sichert. Was will man mehr?
Die bisherigen Kunden haben sich bis jetzt nicht mehr gemeldet, was eigentlich schade ist.
Mein letzter Clou war jetzt mein ML55, der die "abgespeckte Version" von BRC bekam. Die ist aber garnicht abgespeckt, sondern lediglich der Kabelstrang für die 2.Bank ist nicht mehr separat und der MAP-Sensor hat sich verändert. Macht aber im Einkauf 200,- Euro aus, die dem Endkunden, so auch wieder weitergegeben werden kann. Mit dem ML spare ich zwischen 5,20 und 7,50 Euro auf 100 km. Rentabilität sehr hoch, da wenn das Fahrzeug verkauft würde, die Gasanlage sich auf jeden Fall positiv auf den Verkaufserlös auswirkt.
Also, um zum Ende zu kommen, um eine gescheite Anlage und Arbeit zu bekommen, muß man zwangsläufig schon ein bisschen tiefer in die Tasche greifen, andernfalls zeigen sich hier so manche Probs, weil halt geiz, billig war ...
mfg Erich