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Alt 02.02.2008, 22:16   #6
kein_e23_haber
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Fahrzeug: `87er 324d ; `91er 316iT ; `82er 230E; `77er 1502; `66er BMW 1600
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Die drei Wagen lassen sich nur bedingt untereinander vergleichen. Jeder stellte in den 80ern ein anderes Konzept dar und spiegelt eine andere Geschichte wieder. Der E32 war BMW`s erster ernstzunehmender Angriff auf die Stuttgarter Konkurrenz. Der E3 war in den 60ern/70ern zwar extrem sportlich ("Wer wirklich schnell fahren will fährt Porsche oder 3.0Si" AMS) , aber zu kurz und wenig repräsentativ. Der E23 war da schon besser, aber mit zu wenig Motor versehen um Mercedes-Benz ernsthaft gefährden zu können. Die Stuttgarter V8 waren einfach eine andere Klasse als die geladenen oder saugenden BMW 6-Zylinder (obwohl der M30 nicht zu Unrecht als der Jahrhundert 6-Zylinder gilt). Der E32 wirkte um Längen moderner und konnte endlich, nicht zuletzt dank des V12, dem konservativ wirkenden W126 Paroli bieten. Der Audi V8 ist dem Gehirn des späteren VW-Chefs Ferdinand Piech entsprungen. Dieser, nebenbei einer der größten Ingeneure welcher unter anderem den erfolgreichsten Straßensportwagen (Porsche 917) und den quattro-Antrieb entwickelt hat, wollte Audi in der Oberklasse platzieren. Dazu wurde der Audi 100/200 mit den neuen Motoren ausgestattet und mit Technik und Luxus vollgestopft. Audi bot den einzigen Wagen in der Oberklasse mit Allrad an. Dazu gabs ein spezielles Serviceprogramm für die Käufer, ähnlich wie später beim Phaeton. Insgesamt ist der V8 ein mehr als interessanter Wagen. Bei Opel sieht die Sache etwas anders aus. Opel verabschiedete sich bereits in den 70ern aus der Oberklasse. Kaum zu glauben, dass Opel in den 50er/60er Jahren Mercedes Hauptkonkurrent war. Die KAD-Baureihe (Kapitän, Admiral, Diplomat) waren die letzten großen Opel - mit bis zu 5,4 Litern Hubraum! Der Senator A war darunter angesiedelt, unter dem Senator A übrigens die Commodore, darunter die Rekord Baureihe. Mit dem Senator B brachte Opel Mitte der 80er ein überraschen modernes Auto auf den Markt. Motoren: 3.0Liter/Kat 156PS und katlos 177PS. Erst später kamen die Katmodelle mit 177PS und die 24V mit 204PS. Gegen Ende der Baureihe wurden auch noch 2.6Liter mit 150PS ins Programm genommen. Der bereits angesprochene Irmscher 4.0 24V hatte stolze 272PS unter der Haube. Mantzel etc. hatten noch eine ganze Palette Motoren im Angebot. Platziert war der Senator B, welcher nachdem eine Rückkehr der KAD-Baureihe von Opel ausgeschlossen wurde und der Senator damit Spitzenmodell wurde, übrigens nicht in der Oberklasse, sondern eher in der gehobenen Mittelklasse gegen den BMW-5er oder Mercedes W124. Und dort konnte er der Konkurrenz gefährlich werden. Beispielsweise weisst mein Senator B folgende Ausstattung auf: Klima, eFH, eSSHD, LCD-Tacho, BC, elektrische Fahrwerksverstellung, NSW, eASP, ZV, Heckrollo, Velourspolster, 4-Gang Automatik und und und. Die Qualität des Opel kommt nicht ganz an die der Konkurrenten ran, ist jedoch deutlich über der von Kadett etc. angesiedelt. Fahrwerkstechnisch war der Opel Mercedes und BMW ebenfalls ebenbürtig.

Du siehst...drei Autos, viele Geschichten
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