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Kategorie: Formel1 26.09.2007
Großer Preis von Japan 2007 - Vorschau
28.-30. September 2007
15. von 17 WM-Läufen
Vorschau. München/Hinwil, 21. September 2007. Der Endspurt der FIA
Formel-1-Weltmeisterschaft 2007 beginnt: Japan, China und Brasilien sind die
letzten drei Stationen. 90 WM-Punkte hat das BMW Sauber F1 Team bislang auf dem
Konto. Im Vorjahr hatte die Mannschaft ihre Debütsaison mit 36 Zählern als
Fünfter der Konstrukteurs-WM beendet. Der japanische Grand Prix ist von Suzuka
nach Fuji umgezogen. Der Fuji Speedway bedeutet Neuland, dort fuhr die F1
zuletzt vor 30 Jahren. 1976 und 1977 war die Rennstrecke am Fuße des Mount Fuji
Austragungsort der beiden ersten Großen Preise von Japan.
Nick
Heidfeld:
"Ich war noch nie in Fuji und freue mich immer, wenn eine neue Rennstrecke
in den Kalender kommt. Das stellt Fahrer und Ingenieure vor interessante
Aufgaben, und bedeutet auch im ganzen Drumherum Abwechslung, weil sich jeder
erstmal vor Ort zurechtfinden muss. Japan gefällt mir generell gut, besonders
Tokio. Ich mag die Mentalität und auch das Essen sehr, wobei die Küche weit mehr
zu bieten hat als das obligatorische Sushi. Suzuka ist meine
Lieblingsrennstrecke, und von daher freue ich mich, dass die beiden Kurse ab
2009 abwechselnd gefahren werden. Ich bin sehr gespannt auf den Kurs von Fuji,
und ich hoffe, dass ich den Fujiyama wenigstens ein Mal zu sehen bekomme. Es
soll ja Leute geben, die schon x Mal dort waren, aber der Gipfel hat sich jedes
Mal in Wolken versteckt."
Robert
Kubica:
"Ich mag Japan und die japanische Mentalität. Ich freue mich auf das Rennen,
aber ich bin noch nie auf dem Fuji Speedway gefahren. Ich kenne ihn nur ein
bisschen von Computerspielen, mit denen ich mich beschäftigt habe, als ich
jünger war. Mittlerweile hat er sich etwas verändert, wir müssen ihn uns erstmal
genau ansehen. In Japan zu fahren, ist gut, weil die Fans sehr enthusiastisch
sind. Sie genießen es wirklich, an der Strecke zu stehen und den Autos
zuzusehen. Ich denke, es werden viele Leute kommen. Unser diesjähriges Auto
ist auf allen Arten von Rennstrecken etwa gleich wettbewerbsfähig. Im Vorjahr
waren wir besonders gut auf Strecken, auf denen man mit wenig Abtrieb fährt. In
diesem Jahr sind wir konstanter, deshalb denke ich, dass wir auch in Fuji das
erreichen können, was wir überall erreichen."
Mario
Theissen, BMW Motorsport Direktor:
"Fuji wird eine neue Herausforderung. Ich habe mir in der vergangenen Saison
vor dem Rennen in Suzuka die Strecke angeschaut. Es gibt eine sehr lange Gerade
und einige unorthodoxe Kurven. Die Strecke ist sehr abgelegen, es gibt nur wenig
Straßen und Unterkünfte, die Infrastruktur ist begrenzt. Fuji ist für die
Logistiker in unserem Team eine große Aufgabe. Für BMW ist der japanische
Markt sehr wichtig. Japan ist in Asien der führende und am höchsten entwickelte
Markt. Wer dort Erfolg hat, ist in Asien insgesamt sehr gut aufgestellt. BMW war
der erste deutsche Hersteller, der dort eine eigene Tochtergesellschaft
gegründet hat."
Willy
Rampf, Technischer Direktor:
"Weil wir in Fuji noch nie gefahren sind, verlassen wir uns bei der
Rennvorbereitung ganz auf die Computer-Simulation. Diese basiert auf
Software-Programmen, die vollumfänglich von unseren Spezialisten im Team
entwickelt wurden. Dabei geht es vor allem um die Festlegung des
Abtriebsniveaus, der mechanischen Abstimmung, der Bremsspezifikation und
Getriebeübersetzung. Die Erfahrung zeigt, dass wir bei der Simulation einen
hohen Stand erreicht haben. Wir können also davon ausgehen, bereits am
Freitagmorgen über ein gutes Basis-Set-up zu verfügen, sodass wir uns im freien
Training auf die Feinabstimmung sowie die Reifenwahl für das Qualifying und das
Rennen konzentrieren können." Durch den Ausschluss des Teams Vodafone
McLaren Mercedes aus der Konstrukteurs-WM ist das BMW Sauber F1 Team nach 14 von
17 WM-Läufen mit 90 Punkten auf Rang zwei hochgestuft worden. Historie und
Hintergrund: Namensgeber des Speedway ist der Fujiyama bzw. Fuji-san, wie
er heute meist genannt wird. Sowohl yama als auch san können Berg bedeuten, je
nachdem, ob man sich in der Kunyomi- oder der Onyomi-Aussprache artikuliert.
Der
Schichtvulkan ist mit 3.776 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg
Japans. Das Alter seines Gesteins wird auf 100.000 Jahre beziffert. Der Fuji ist
nicht nur schön, er ist auch aktiv. Sein Ausbruchsrisiko wird allerdings als
gering eingestuft. Die letzte Eruption wurde 1707 verzeichnet. Der Berg liegt
in den japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu, der Gipfel liegt auf der
Grenze zwischen den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka. Geologisch betrachtet
liegt der Fuji in der Berührungszone der eurasischen, der pazifischen und
Philippinenplatte. Aufgrund seiner sanft ansteigenden Form ist der Vulkan
relativ leicht zu besteigen. Als Erster tat dies 663 ein japanischer Mönch.
Heute tummeln sich im Sommer, wenn drei Bergrouten freigegeben sind, täglich bis
zu 3000 Touristen auf dem Gipfel. Die Rennstrecke von Fuji wurde 1966
eröffnet. 2005 wurde die Anlage komplett umgebaut, um den von der FIA
definierten Formel-1-Ansprüchen zu genügen. Seit 2000 ist Toyota Hauptinvestor
der Fuji Speedway Corporation. Die extrem limitierten Zufahrtswege zur
Rennstrecke waren im Vorfeld Anlass für Diskussionen, vor Ort werden sie
vermutlich für Staus sorgen. Sieger der einzigen beiden bisher in Fuji
ausgetragenen Formel-1-Rennen wurden 1976 Mario Andretti und 1977 James Hunt.
Die Strecke war damals um 200 Meter kürzer. Der Grand Prix von 1976 ging in
die Geschichtsbücher ein: Das Rennen war das Saisonfinale und wurde bei heftigem
Regen gestartet. Titelverteidiger Niki Lauda stellte seinen Ferrari wegen des
Aquaplanings nach zwei Runden an der Box ab und gab auf. James Hunt wurde mit
einem WM-Punkt Vorsprung Weltmeister. Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 21.09.2007
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