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 ● Sicher, individuell und lernfähig: BMW Car IT entwickelt zentrale Intelligenz im Auto.
 
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5. Sicher, individuell und lernfähig: BMW Car IT entwickelt zentrale Intelligenz im Auto.

Die Evolution der Elektronik im Auto steht vor ihrem nächsten Schritt: Zuerst entstanden einzelne Systeme, wie beispielsweise das ABS, die isoliert voneinander operierten. Dann lernten sie, miteinander zu kommunizieren, was Funktionen wie die Dynamische Stabilitätskontrolle (DSC) oder die Aktivlenkung ermöglichte. Jetzt arbeiten die BMW Entwickler an einer zentralen Intelligenz, die einerseits alle elektronischen Systeme überwacht und managt, andererseits vom Fahrer lernt und ihn unterstützt. Und: Dieser Generalassistent wird in der Lage sein, neue Funktionen per Software aufzunehmen.

„Die Idee, die dahinter steckt, ist einfach“, sagt Dr. Ulrich Weinmann, Geschäftsführer der BMW Car IT. „Das Auto wird sehr viel sicherer und zuverlässiger seinen Gesamtzustand überwachen, Neues dazu lernen und Fehlverhalten ausschließen.“ Ein Prinzip, das aus dem klassischen Business-Bereich der Datenverarbeitung stammt und dort seit langem bestens funktioniert: Ein kleiner Server inmitten der Spezialanwendungen bedient diese mit allen notwendigen Informationen und kann dadurch auch Abweichungen feststellen und gegebenenfalls gezielt beheben.

Mitdenkendes System.

Ein Beispiel: Der Fahrer parkt, stellt den Motor ab und lässt sich noch einige Zeit von der Audio-Anlage unterhalten. Bevor nun die Entertainment-Funktion zum Ärgernis wird, weil sie der Batterie zuviel Strom entzieht, schaltet die zentrale Intelligenz das Radio aus. „Sie erkennt einen kritischen Zustand, gibt erst eine Warnung an den Benutzer und zieht dann gegebenenfalls die Konsequenzen“, erklärt Dr. Ulrich Weinmann.

Eine Strategie, die auch bei anderen Störungen funktioniert: Die zentrale Intelligenz kann erkennen, wann ein so genannter „nicht definierter Zustand“ eintritt und unmittelbar korrigierend eingreifen. Mit anderen Worten: Der Fehler wird so frühzeitig ausgebügelt, dass er für den Fahrer keinerlei Auswirkungen hat – er bemerkt ihn noch nicht einmal. „Dadurch erhalten wir ein robustes System, das auch tolerant gegen Abweichungen ist“, sagt Dr. Ulrich Weinmann.

Software als Sonderausstattung.

Aber die zentrale Intelligenz soll durchaus auch spürbare Vorteile für den Fahrer mit sich bringen. War die Software der allermeisten elektronischen Systeme im Auto bis vor kurzem noch ein unveränderlicher Bestandteil, so werden Updates über eine zentrale Intelligenz nun ebenso möglich wie das Einspielen neuer Funktionen. Ein Beispiel hierfür ist das individuelle Fahrtenbuch, das auf Wunsch eines Geschäftsreisenden jede Route automatisch protokolliert. „Der Kunde kann die Software kaufen und seinen Bedürfnissen entsprechend nutzen“, erläutert Dr. Weinmann. Durch das offene System ist es jederzeit möglich, eine Anwendung nachträglich einzuspielen oder auch wieder zu löschen. Der Käufer kann also seinen BMW mit den Funktionen ordern, die er zunächst benutzen möchte, ohne sich spätere Änderungen zu verbauen. Gleichzeitig erhöht diese Option die Wertigkeit des Fahrzeugs während seiner Lebensdauer: Auch Zweit-oder Drittbesitzer können das Auto jederzeit ihren Wünschen anpassen.

Keine Zukunftsmusik: Bereits heute können BMW Kunden bestimmte Software-Umfänge auch nachträglich kaufen und in ihr Fahrzeug einspielen. Hierzu gehören zum Beispiel eine neue Navigationssoftware für die Bildschirmoberfläche oder Softwarekomponenten für die internetbasierten Dienste von BMW Online im 5er, 6er und 7er BMW.

Sicherheit an erster Stelle.

Damit die durch Software-Download erreichbare Flexibilität für Kunden keine negativen Begleiterscheinungen hat, steht bei der BMW Car IT das Thema Sicherheit an erster Stelle. Um Manipulationen von außen zu verhindern, werden neben Firewalls weitere Sicherungselemente entwickelt. Zudem wird bei Software-Downloads die Systemintegrität nicht angetastet. Sicherheitskritische Anwendungen sind strikt getrennt von ladbaren Zusatzfunktionen.

Ziel der BMW Car IT: Softwarepotenzial intelligent nutzen.

Mit dem Konzept der zentralen Intelligenz präsentiert die BMW Car IT ein Ergebnis ihrer Arbeit. Das im Dezember 2001 gegründete Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, das Potenzial von Software im Fahrzeug intelligent zu nutzen und damit neue Lösungswege für innovative Fahrzeugfunktionen zu erschließen. Der Fokus richtet sich dabei auf die Definition und Implementierung neuer Softwaresysteme und anwendungen. Zudem sollen kompetente Zulieferer und Kooperationspartner für die Zusammenarbeit gewonnen werden, um ein weltweites, schlagkräftiges Know-how-Netzwerk zu etablieren.

Software ermöglicht eine höhere Integrationsdichte und eine Vielzahl neuer Fahrzeugfunktionen. Der Vorteil für den Kunden: mehr Komfort und mehr Sicherheit bei gleichzeitig geringerer Bedienungskomplexität. „Wer Autos entwickelt, braucht Softwarekompetenz. Die Software ist der Schlüssel, um sich vom Wettbewerber zu unterscheiden. Kein Automobilhersteller kann daher erfolgreich sein, wenn die Entwicklung von Software nicht eine seiner Kernkompetenzen ist“, betont Dr. Burkhard Göschel, Vorstand der BMW AG für Entwicklung und Einkauf.

Neben Technologieführerschaft und Differenzierung vom Wettbewerb bietet der „Think Tank“ BMW Car IT die ideale Basis, um das Potenzial von Software-Anwendungen im Automobil voll auszuschöpfen: Bereits heute basieren bis zu rund 40 Prozent der Wertschöpfung im Automobilbau auf elektronischen Bauteilen und Software. Der Trend geht dabei zu einem immer größeren Software-Anteil. Der Aufbau von Software-Know-how ist damit für die BMW Group ein strategisches Investment.

Automobilindustrie wird wichtigste Anwenderbranche von Software.

Software im Automobil eröffnet aber nicht nur der BMW Group als Automobilhersteller neue Chancen. Auch die Zulieferindustrie und der Handel profitieren von Software-Applikationen. Die klassische Trennung zwischen Entwicklung und Wartung im Fahrzeugbereich wird aufgehoben, da neue Anwendungen auch während der „Lebenszeit“ eines Fahrzeugs implementiert werden können. Damit wird auch die Diskrepanz zwischen relativ langfristigen Entwicklungszyklen im Automobilbereich und der Schnelllebigkeit von Software ausgeglichen. Die Perspektive: Das Fahrzeug als Plattform für Software-Entwicklungen wird zu einer der wichtigsten Anwenderbranchen von Software überhaupt. Eine Chance für Automobilhersteller, klassische Zulieferer, aber auch Software-Unternehmen, die bisher noch keine Berührungspunkte mit dem Automobil-Bereich hatten.

Und im Gegensatz zu mechanischen oder elektronischen Systemen müssen im weltweiten Händlernetz keine Hardware-Teile im Lager vorgehalten werden. Die Distribution neuer Software kann äußerst schnell und günstig ohne größeren logistischen Aufwand erfolgen. Bei der Softwareentwicklung achten die Mitarbeiter der BMW Car IT ganz besonders darauf, dass keine hinderlichen Grenzen gesetzt werden: „Eine wesentliche Voraussetzung, um die volle Bandbreite der Software-Entwicklungen für die BMW Group zu nutzen, ist eine offene Systemarchitektur der Software. Deshalb ist es unser Ziel, solche offenen Architekturen in einem weltweiten Verbund zu etablieren, um unseren Kunden neue Dienste und Anwendungen möglichst schnell anbieten zu können“, betont Dr. Ulrich Weinmann, Geschäftsführer der BMW Car IT.

Arbeitsfelder der BMW Car IT.

Die BMW Car IT schafft die technologischen Grundlagen, um softwarebasierte Funktionen im Fahrzeug anwendbar zu machen. Hierzu werden Erkenntnisse und Vorgehensweisen der Informatik unter Berücksichtigung der besonderen Rahmenbedingungen im automobilen Umfeld umgesetzt.

Neben der Entwicklung von Konzepten für flexible Mensch-Maschine-Schnittstellen (MMI) schafft die BMW Car IT die Infrastruktur für die Vernetzung von Informationen („integriertes Datenmanagement“) und für das Einspielen neuer Dienste und Anwendungen („Software-Download“) im Automobil.

Auf Basis dieser Querschnittsthemen können verbesserte und neuartige Fahrzeugfunktionen aus den Bereichen Information und Kommunikation sowie Fahrwerk und Antrieb realisiert werden. Hierzu zählen Anwendungen wie zum Beispiel Navigation, Telematik, Online-Dienste oder Möglichkeiten zur Personalisierung und Individualisierung
des Automobils. Zum Beispiel könnte man zukünftig aktuellste Hinweise zu Umleitungen oder baustellenbedingten Engpässen über eine offene Software-Struktur ins Navigationssystem laden – auch über Ländergrenzen hinweg. Zudem sind mit einem integrierten Datenmanagement der Verwaltung individueller Einstellungen im Fahrzeug keine Grenzen mehr gesetzt. Die zentrale Datenverwaltung von zum Beispiel servicerelevanten Informationen hat darüber hinaus den großen Vorteil, dass sich das Auto selbst überwachen kann und jederzeit einen Überblick über alle kritischen Daten hat. So können heikle Zustände möglichst frühzeitig erkannt und gegebenenfalls durch eine Ferndiagnose entschärft werden.

Eine zunehmende Bedeutung bekommt Software auch bei fahrorientierten Themen. Herauszuheben sind hier X-by-Wire-Technologien, Klimatisierung, Fahrdynamik, Brems- und Sicherheitssysteme, aber auch Fahrerassistenzsysteme.

Ziel ist es, dem Kunden noch mehr Stabilität und Komfort und gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten, bedarfsgerecht die jeweiligen Funktionsumfänge zu nutzen.
 

Quelle: BMW Pressemitteilung vom 18.11.04

 
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